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Rente mit 40

Frugalisten sparen für den frühen Ruhe­stand

Sie leben mini­malistisch und investieren jeden Euro, den sie ent­behren können. Frugalisten wollen im Eil­tempo ein Vermögen aufbauen, damit sie möglichst früh aus dem Job aus­steigen können.

So lebt es sich als Frugalist

Frugalisten träumen von finanzieller Unabhängigkeit: Nicht mehr fünf Tage die Woche arbeiten zu müssen, sondern mit Ende 30 oder Mitte 40 den Job zu kündigen und von dem Geld zu leben, das sie vorher zur Seite gepackt und fleißig vermehrt haben. Für ihren Traum leben Frugalisten besonders spar­sam. „Frugal“ bedeutet „einfach“, „bescheiden“.

Oliver Noelting lebt mit seiner Freundin in einer kleinen Wohnung in Hannover, fährt mit dem Rad zur Arbeit und kocht sein Essen selbst. Shopping-Ausflüge unter­nimmt der 29-Jährige nicht. Er repariert Dinge, die kaputt­­gehen. Wenn er doch etwas benötigt, kauft er es meistens gebraucht. Urlaub macht Noelting auf dem Camping­­platz. Selten gibt er mehr als 800 Euro im Monat aus.

Die Aussicht auf finanzielle Frei­heit mache ihn glücklich. Von Verzicht spricht Noelting nicht. „Mittler­­weile bin ich davon über­zeugt, dass viele der vermeintlich un­vermeid­­baren Kosten des Erwachsenen­­lebens für ein erfülltes Leben gar nicht nötig sind“, schreibt er in einem Beitrag für die Huffington Post. „Als Student kam ich schließlich mit ein paar hundert Euro im Monat zurecht. Warum sollte das im richtigen Erwachsenen­­leben grund­­sätzlich anders sein?“

Oliver Noelting las Bücher und Blog­­artikel über Geld­­anlage, informierte sich über Aktien­­fonds. Rund 70 Prozent von dem, was er als Software-Entwickler verdient, investiert er in ein breit gestreutes ETF-Portfolio. Er plant, mit ungefähr 40 Jahren in Rente zu gehen. Dann will er was Neues aus­probieren, vielleicht ein Buch schreiben. Oder auf selbst­­ständiger Basis als Programmierer arbeiten – allerdings nur noch in Projekten, auf die er Lust hat.

 

Ein Trend aus den USA

Zum frugalen Lebens­­stil inspiriert hat Noelting ein US-Amerikaner, der unter dem Namen „Mr. Money Mustache“ bloggt. 2005 verabschiedeten sich Pete Adeney und seine Frau aus dem Arbeits­­leben. Da waren sie gerade mal 30 Jahre alt. Den Groß­­teil ihres relativ hohen Ein­­kommens hatten sie am Aktien­markt investiert, sich vorher selbst Experten­­wissen angeeignet.

Nach ihrem Ausstieg bekamen sie einen Sohn, renovierten ihr Haus selbst. Wird er nach seinem Beruf gefragt, gibt Adeney an: „Vater, Autor, Tischler und ehemaliger Software-Ingenieur“. Wer das 25-Fache seines Jahres­bedarfs gespart habe und das Geld für sich arbeiten lasse, rechnet Adeney vor, könne damit sein Leben bis ins hohe Alter finanzieren.

In den USA leben mehrere tausend Menschen frugal mit dem Ziel, finanziell frei zu werden. Viele von ihnen tauschen sich im Internet über ihr minimalistisches Leben aus, geben sich Tipps, wie sie über­flüssige Dinge aus ihrem Leben ver­­bannen. Wie viele deutsche Frugalisten es gibt, ist nicht bekannt.

Die Frugalisten, die im Internet Auskunft über sich geben, sind in der Regel gut aus­gebildet, verdienen über­­durchschnittlich und können einen großen Teil ihres Ein­­kommens beiseite­­legen. Bei Gering­­verdienern dürfte es deutlich schwieriger sein, größere Summen an­zusparen.

Ganz gleich, ob Sie nun frugal leben möchten oder doch lieber etwas länger auf die Rente warten: Unsere Experten helfen Ihnen gern dabei, mehr aus Ihrem Geld zu machen.

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