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„Die Regieanweisung für den letzten Behandlungswillen“

„Die Regieanweisung für den letzten Behandlungswillen“

Bernhard Ortseifen ist seit über 20 Jahren Geschäftsführer des SKM Heidelberg, der als anerkannter Betreuungsverein über Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung fachmännische Informationen bereithält. Der 56-Jährige führt pro Jahr unter anderem rund 100 neutrale Beratungsgespräche zur persönlichen Vorsorge. Die „Gutschrift“ sprach mit dem Heidelberger über die Patientenverfügung – „die die Bevölkerung vom Begriff her am meisten bewegt“, wie Ortseifen sagt.

Herr Ortseifen, welche Rolle spielt die Patientenverfügung im „Dreigestirn“ mit der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung?

"Mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung sorge ich vor, indem ich festlege, wer entscheidet, wenn ich meinen Willen nicht mehr äußern kann – in Folge eines Unfalls oder einer Krankheit zum Beispiel. Mit einer Patientenverfügung lege ich fest, welche medizinischen Maßnahmen vorgenommen werden dürfen, wenn ich meinen Willen nicht mehr äußern kann. Die Patientenverfügung ist die Regieanweisung darüber, welcher letzte medizinische Behandlungswille in einer Sterbephase umgesetzt werden soll. Darum geht es in der Vielzahl der Fälle."
 

Wem dient eine Patientenverfügung?

"Man sollte meinen, eine Patientenverfügung erstellen die Leute für sich. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass man die Patientenverfügung nicht für sich anfertigt, sondern für die Angehörigen, die dadurch entlastet werden. In der Praxis sind die Angehörigen sehr froh, wenn sie auf eine Patientenverfügung zurückgreifen können und nicht gezwungen sind, irgendwelche Interpretationen ableiten zu müssen."
 

Was gilt es bei der Patientenverfügung zu beachten?

"Sie muss schriftlich vorliegen, damit der Wunsch zum Ausdruck kommt und Gewissheit erzielt wird. Oftmals besteht Unsicherheit dahingehend, wann die Patientenverfügung überhaupt greift. So wird sie in Akutfällen, z.B. bei Unfällen nicht als Behandlungsgrundlage herangezogen - im Falle der Erstversorgung steht stets die Rettung des Lebens im Vordergrund. Wenn Sie schwer verletzt im Graben liegen, werden Sie selbstverständlich versorgt und es wird nicht nach einer Patientenverfügung gesucht. Erst bei der weiteren Behandlung wird sie gegebenenfalls relevant. Und ich würde übrigens raten, alles in einem zu machen, also eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung niederzuschreiben, wenn ich mich mit dem Thema persönliche Vorsorge eh schon befasse. Dann ist die Vorsorgevollmacht die Pflicht und die Patientenverfügung gewissermaßen die Kür."

  • Patientenverfügung
    Welche Maßnahmen dürfen vorgenommen werden, wenn ich meinen Willen nicht äußern kann.

  • Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung
    Wer entscheidet, wenn ich meinen Willen nicht äußern kann.

Muss die Patientenverfügung einer bestimmten Form genügen?

"Nein, aber wir haben seit 2009, seit die Patientenverfügung verbindlich ist, gemerkt, dass die Leute eine Version oder eine Vorlage suchen, die für sie zu handhaben ist, ohne dass sie lange verschiedene Bausteine zusammentragen müssen. Die Version einer Patientenverfügung, die wir ausgearbeitet haben und bei Bedarf völlig unverbindlich empfehlen, ist auf Grundlage des entsprechenden Paragrafen 1901a BGB, aus Empfehlungen der Ärztekammer und anhand der Bedürfnisse von Betroffenen entstanden. Wir haben die Version prüfen lassen. Sie ist nur ein Beispiel. Aber uns geht es vor allem auch darum, die Angst vor der
Patientenverfügung zu nehmen."
 

Weil Sie eingangs vom „letzten Behandlungswillen“ sprachen. Ist es auch denkbar, dass junge Menschen, die beispielsweise risikobehaftete Hobbys ausüben, eine Patientenverfügung erteilen, um darin alle lebenserhaltenden Maßnahmen einzufordern?

"Selbstverständlich. Sie können mit einer Patientenverfügung medizinische Behandlungsmaßnahmen einschränken, ablehnen und auch einfordern. Man kann natürlich auch reinschreiben, dass die neuesten Behandlungsmethoden angewendet werden sollen. Wie gesagt: Unsere Version einer Patientenverfügung, bei der wir zugrunde legen, dass zwei Ärzte zu der Einschätzung kommen, dass ein Endstadium erreicht ist und es dann der Wunsch ist, den natürlichen Sterbeprozess zu akzeptieren, ist nur ein Beispiel."
 

Eine Vorsorgevollmacht wurde schon als „lebenslanges Projekt“ beschrieben, gilt das für die Patientenverfügung auch?

"Ja, absolut. Ob mit der Vorsorgevollmacht oder der Patientenverfügung, sie bringen Ihre Individualität zum Ausdruck. Ihre Wünsche und Bedürfnisse sind aber nicht zu jedem Zeitpunkt Ihres Lebens die gleichen. Im Verlauf können sie sich ändern, sodass Sie auch die Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung im Laufe der Jahre an Ihre Lebensumstände anpassen müssen."

SKM Heidelberg / Rhein-Neckar
Bergheimer Str. 108
69115 Heidelberg
Tel.: 06221/436223
leitung@skm-heidelberg.de
www.skm-heidelberg.de

Ansprechpartner beim SKM Heidelberg:
Bernhard Ortseifen
Geschäftsführer
ortseifen@skm-heidelberg.de

Eva Ruranski
Verwaltung
ruranski@skm-heidelberg.de

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