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„Ich rate jedem, eine Vorsorgevollmacht zu erteilen“

Vorsorgevollmacht regeln

Bernd Dieter Ries war bis zu seinem Ruhestand für den Betreuungsverein SKM (Sozialdienst katholischer Männer) in Heidelberg tätig und ist noch immer ehrenamtlicher Betreuer in Heidelberg. Der 72-Jährige hat selbst über eine Vorsorgevollmacht geregelt, wer für ihn handelt, falls er einmal seine Angelegenheiten aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ganz oder teilweise nicht mehr selbst erledigen kann.

Erlebt am eigenen Beispiel

Bernd Dieter Ries ist ein aktiver Mensch. Der Rentner steht voll im Leben. Er reist viel, spielt Tennis, betreibt Aikido und Daitoryu, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wer ihm gegenüber sitzt, kann sich nicht vorstellen, dass der Heidelberger vor einigen Jahren einen Hirnstamminfarkt erlitten hat. „Danach habe ich mich um meine Vorsorgevollmacht gekümmert“, sagt er.

Ries ist vom Fach. Der Diplom-Sozialarbeiter weiß, dass es nicht nur das Älterwerden ist, das eine Hilfsbedürftigkeit auslösen kann, sondern auch ein Unfall oder eine plötzliche Krankheit können die Ursache für die notwendig werdende Unterstützung anderer Menschen sein. Eigentlich hatte er das Thema Vorsorgevollmacht vor seiner plötzlichen Erkrankung erledigt haben wollen. Nicht zuletzt durch Erleben am eigenen Körper sagt er: „Ich rate jedem, eine Vorsorgevollmacht abzuschließen.“

Kein gesetzlicher Betreuer nötig

Der Grund ist einfach: „Mit einer Vorsorgevollmacht lässt sich im Vorfeld eine Person bestimmen, die einen im Notfall juristisch vertritt“, sagt Ries. Ein Notfall betrifft nicht nur die Regelungen für Vermögensangelegenheiten, sondern vielmehr die Vorsorge für die alltäglichen Dinge des Lebens, wie zum Beispiel: Postvollmachten zur Entgegennahme von Postsendungen, Regelungen mit Ämtern und Krankenkassen in medizinischen Angelegenheiten oder bei Kauf- und Mietverträgen. Auf diese Weise benötige man im Ernstfall also keinen gesetzlichen Betreuer mehr. Nach dem Betreuungsrecht (siehe Stichwort Betreuungsrecht) bestellt das Betreuungsgericht, wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt, einen Betreuer. Das kann eine dem Betroffenen nahestehende Person (Familienangehörige/r), ein Mitglied oder ein/e Angestellte/r eines Betreuungsvereins, ein/e selbständige/r Berufsbetreuer/in oder ein/e Angestellte/r der zuständigen Behörde sein.

Bernd Dieter Ries, der vier Menschen, die nicht mit ihm verwandt sind, ehrenamtlich betreut, macht auf ein oft herrschendes Missverständnis aufmerksam: „Wer glaubt, die Ehegattin oder die Kinder könnten den Vater juristisch vertreten, wenn er beispielsweise verunglückt und seine Geschäfte nicht mehr selbst regeln kann, der irrt. Diesen Automatismus gibt es so nicht.“ Sind rechtsverbindliche Erklärungen und Entscheidungen vonnöten, können weder die Ehegattin/der Ehegatte oder die/der Lebenspartner/in noch die Kinder die gesetzliche Vertretung übernehmen. In unserem Recht besitzen ausschließlich Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern ein umfassendes Sorgerecht. Angehörige, die für einen Volljährigen rechtsverbindlich handeln möchten, brauchen eine rechtsgeschäftliche Vollmacht oder müssen sich gerichtlich zum Betreuer bestellen lassen.

Mit der Familie sprechen

Ries, der als Betreuer Fragen von der Gesundheitsfürsorge, über die Vertretung gegenüber Behörden bis zur Unterbringung der ihm anvertrauten Menschen regelt, hat in seiner Vorsorgevollmacht seinen Bruder und seinen Sohn zu Bevollmächtigten gemacht. Natürlich habe er seinen Bruder und seinen Sohn eingeweiht und mit ihnen über die Vorsorgevollmacht und deren Inhalte gesprochen. Es bringe ja im Notfall nichts, wenn die bevollmächtigten Personen nichts davon wüssten und womöglich gar nicht einwilligten. „Für mich ist es ein Grundsatz, dass zunächst in der Familie nach einer Lösung geschaut werden sollte. Erst dann sollte ein Fremder die Betreuung übernehmen“, sagt Ries. Sind ältere Menschen beispielsweise allein oder haben Kinder und andere Verwandten, die weit entfernt, etwa in anderen Ländern leben, ist es gut, dass es Menschen wie Bernd Dieter Ries gibt, die als ehrenamtliche Betreuer tätig werden. Das Amtsgericht befinde sich immer auf der Suche nach Betreuern, die Freude daran haben, Verantwortung zu übernehmen und Organisationstalent besitzen. „Man muss nicht jeden Paragrafen kennen“, sagt Ries, „die Rechtspfleger des Betreuungsgerichts, die Betreuungsbehörde oder der Betreuungsverein SKM helfen gerne“.

Vorsorgevollmacht leicht zugänglich aufbewahren

Ries hat einen Hinweis auf seine Vorsorgevollmacht in seiner Geldbörse. Sein Sohn und sein Bruder haben eine Kopie, wissen aber auch, wo das Original aufbewahrt ist. Es ist wichtig, dass man der Vorsorgevollmacht im Ernstfall auf einfache Weise habhaft wird. Die Möglichkeit, die Vorsorgevollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (ZVR) registrieren zu lassen, hat Ries nicht genutzt. Eine Eintragung hat den Vorteil, dass das Betreuungsgericht, wenn es um eine Betreuerbestellung gebeten wird, schnell Auskunft erhält, dass es für den entsprechenden Menschen einen Bevollmächtigten für die Sachverhalte gibt, die geregelt werden müssen, und ein Betreuungsverfahren nicht durchgeführt werden muss. Fast 3 Millionen Menschen haben in Deutschland vom ZVR Gebrauch gemacht. Das ZVR wird aus dem kompletten Bundesgebiet rund 20.000 Mal im Monat abgefragt.

„… wenn Vermögen da ist“

„Aus Erfahrung empfehle ich, die Vorsorgevollmacht vom Notar beurkunden zu lassen, wenn Vermögen da ist“, sagt Ries. Der 72-Jährige hat für seine Vorsorgevollmacht einen Notar aufgesucht und die Kosten bewusst nicht gescheut. Die Notargebühren sind abhängig vom Geschäftswert der Vollmacht, liegen mindestens bei 60 und höchstens bei 1.735 Euro. Die Gebühren schließen die Beratung, den Entwurf und die Beurkundung mit ein. Prinzipiell müsse eine Vorsorgevollmacht nur der Form genügen, schriftlich abgefasst zu sein, und über Ort, Datum und die vollständige eigenhändige Unterschrift verfügen. Geeignete Vordruckmuster bieten die Betreuungsbehörde und die Betreuungsvereine an, die auch bei der Formulierung unterstützen.

Vorsorgevollmachten werden im Regelfall bei Ihrer Sparkasse oder bei anderen Banken akzeptiert. „Vorteilhaft ist es dennoch, eine notariell gemachte Vorsorgevollmacht vorzulegen“, betont Ries. Da es oft auf den Einzelfall ankommt, sollten Sie am besten bei Ihrer Bank nachfragen.

Dass man über Betreuung, also über eine Zeit, wenn jemand durch Unfall, Krankheit oder das Älterwerden nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte ist, nicht gerne spricht, versteht Ries nur allzu gut. Er sagt dennoch: „Es ist ein schwieriges Thema – keine Frage. Aber ich kann nur raten, es lieber heute als morgen anzugehen und es mit der Familie zu besprechen.“

Stellen, die in Heidelberg und/oder darüber hinaus über Betreuung und Vorsorgevollmacht informieren:

Betreuungsbehörde
Fischmarkt 2
69117 Heidelberg
Telefon: 06221 58-38690, -37550, -38920 oder -38840
Fax: 06221 58-38930
betreuungsbehoerde@heidelberg.de www.heidelberg.de

Drei anerkannte Betreuungsvereine sind:

SKM Heidelberg – Katholischer Verein für soziale Dienste in Heidelberg e. V.
Bergheimer Str. 108
69115 Heidelberg
Telefon 06221 / 43 62 23
Fax 06221 / 43 62 08
betreuung-hd@skm-heidelberg.de
www.skm-heidelberg.de

Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Heidelberg (SKF)
Felix-Wankel-Straße 25
69126 Heidelberg
Telefon 06221 / 13 70 86-18
Fax 06221 / 13 70 86-20
info@skf-heidelberg.de
www.skf-heidelberg.de

Allgemeiner Rettungsverband Rhein-Neckar e.V.
Hildastraße 1
69181 Leimen
Telefon 06224 / 75959
Fax: +49 6224 71050
www.arv-rn.de

Alles geregelt

Neben der Vorsorgevollmacht gibt es noch viele weitere wichtige Dinge, die Sie frühzeitig regeln sollten. Hierzu gibt es von der Sparkasse „Das Alles-geregelt-Buch“, in dem Formulare und Checklisten für Ihre finanzielle und persönliche Vorsorge enthalten sind. Das Buch können Sie sich online im Sparkassen-Shop bestellen.

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